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Nepal: Tausende Kinder weiterhin ohne sauberes Wasser

Mehr als eine Woche nach den Überschwemmungen in Nepal sind Kinder einem steigenden Krankheitsrisiko ausgesetzt.

Nepal
Bhagawati Nagarkoti mit ihren Kindern Monika (9) und Sajan (3) in einer Notunterkunft in Nuwakot, Nepal. Ihr Zuhause wurde durch die Sturzfluten zerstört.

Mehr als eine Woche nachdem Sturzfluten das Einzugsgebiet der Flüsse Bhotekoshi und Trishuli in Nepal verwüstet haben, benötigen mindestens 22 000 Kinder dringend Unterstützung im Bereich sauberes Trinkwasser, Sanitärversorgung und Hygiene, teilte UNICEF heute mit.

Die Wasserversorgungssysteme in den betroffenen Distrikten wurden grossflächig beschädigt, sowohl gemeinschaftliche Wassersysteme als auch grössere Versorgungsnetze. Gleichzeitig wurden Sanitäranlagen beschädigt oder zerstört. Zugleich leben viele Familien beengt bei Gastfamilien oder in Sammelunterkünften, wodurch Bedingungen entstehen, die das Risiko von Ausbrüchen wasserbedingter und ansteckender Krankheiten erhöhen.

«Jede Mutter und jeder Vater in diesen Distrikten steht nun mehrmals täglich vor derselben Frage», sagte Alice Akunga, UNICEF-Repräsentantin in Nepal. «Wo bekomme ich Wasser und kann ich es meinem Kind bedenkenlos geben? Wenn Wasserversorgungssysteme und Toiletten beschädigt oder zerstört wurden und Dutzende Menschen sich denselben Raum teilen, stehen Familien vor enormen Herausforderungen, sichere Hygienebedingungen aufrechtzuerhalten. Das Risiko wasserbedingter Krankheiten steigt unter solchen Bedingungen sehr schnell an, doch es kann verhindert werden. Deshalb gehört die Sicherstellung des Zugangs zu sauberem Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene derzeit zu unseren obersten Prioritäten.»

UNICEF hat lebenswichtige Hilfsgüter aus den Bereichen Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene für rund 19 000 Menschen in den Distrikten Rasuwa und Nuwakot bereitgestellt. Dazu gehören mehr als 3 800 Hygienesets, 3 300 zusammenfaltbare 10-Liter-Wasserkanister, 3 500 Eimer, 3 500 Ein-Liter-Becher, 4 000 Flaschen Wasseraufbereitungslösung sowie mehr als 1 000 Planen.

UNICEF arbeitet gemeinsam mit staatlichen Stellen und Partnerorganisationen an der Überwachung von Krankheitsausbrüchen, der Förderung von Hygienemassnahmen und der Prävention von Epidemien. Informationen zu sicherer Hygiene, der sicheren Handhabung von Wasser und der Wasseraufbereitung im Haushalt werden über Mobilfunknachrichten, Radio, soziale Medien und Gemeinschaftsnetzwerke verbreitet. Mobilfunkkundinnen und -kunden können auf geprüfte Hinweise ohne Datenkosten zugreifen, und ein Netzwerk von mehr als 600 Fachkräften erweitert die Aufklärungsarbeit in den betroffenen Gemeinden.

Mit der Verbesserung des Zugangs zu den betroffenen Gebieten wird UNICEF seine Massnahmen zur Notwasserversorgung, zur Wasseraufbereitung auf Haushaltsebene und zur Überwachung der Wasserqualität ausweiten. Ebenso werden temporäre Sanitär- und Handwascheinrichtungen sowie wichtige Hygieneartikel und Menstruationshygiene-Produkte in Gemeinden und Sammelunterkünften bereitgestellt.

«Den Zugang der Gemeinden zu sicherem Wasser und Sanitärversorgung wiederherzustellen, ist keine Aufgabe, die innerhalb einer Woche erledigt werden kann», sagte Akunga. «Wir können heute Wasseraufbereitungsprodukte und Nothilfegüter bereitstellen, und genau das tun wir.

Doch beschädigte Wasserversorgungssysteme, Leitungen, Pumpen, Toiletten und andere Sanitärinfrastrukturen müssen ebenfalls repariert und wiederaufgebaut werden. Und sie müssen so wiederaufgebaut werden, dass sie künftigen Überschwemmungen standhalten, anstatt lediglich in ihren früheren Zustand zurückversetzt zu werden. Wir müssen Gemeinden sicherer und widerstandsfähiger machen. Andernfalls werden wir nach der nächsten Katastrophe dieselbe Diskussion erneut führen, und wieder werden Kinder den Preis dafür bezahlen.»

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