Aus Plastikmüll werden Schulzimmer

Die Kreuzfahrgesellschaft MSC Cruises, mit der UNICEF eine langjährige Partnerschaft verbindet, unterstützt in der Elfenbeinküste ein besonders innovatives Programm: Plastikmüll wird zu Baumaterialien für Schulzimmer verarbeitet.

Côte d'Ivoire 2018
© UNICEF/UN0206941/Dejongh

Die Elfenbeinküste hat ein Umweltproblem: Plastikmüll überschwemmt das Land. Allein im Wirtschaftszentrum Abidjan werden täglich 288 Tonnen Kunststoffabfälle produziert. Nur 5 Prozent davon werden eingesammelt und dem Recycling übergeben – meistens von Frauen, die dafür weniger als einen Dollar am Tag erhalten. Der allergrösste Teil des Plastiks bleibt auf den Deponien liegen oder verteilt sich in den Ortschaften. Vor allem Kleinkinder leiden unter der Umweltverschmutzung.

Côte d'Ivoire 2018
Frauen sortieren Plastikmüll auf einer Deponie bei Abidjan.

© UNICEF/UN0206942/Dejongh

Trotz deutlichen Fortschritten hat die Elfenbeinküste auch ein Bildungsproblem. Mehr als 2 Millionen Kinder im Alter von 6 bis 16 Jahren besuchen keinen Unterricht, und zwar unter anderem, weil es an Schulzimmern fehlt. Viele Kinder nehmen lange und teilweise gefährliche Wege auf sich, um dann mit bis zu hundert anderen Schülern eng gedrängt in einem dunklen und schlecht belüfteten Raum zu sitzen. Die Regierung hat den Handlungsbedarf erkannt und will bis im nächsten Jahr zusätzliche 15 000 Klassenzimmer einrichten. Das ehrgeizige Ziel wird jedoch schwer zu erreichen sein.

Gemeinsam mit Partnern hat UNICEF nun eine Möglichkeit gefunden, beide Herausforderungen gleichzeitig anzugehen: Der Plastikmüll wird für den Bau von Schulen verwendet. In Zusammenarbeit mit dem kolumbianischen Unternehmen Conceptos Plásticos wird aus den Kunststoffabfällen ein Baumaterial hergestellt, das kostengünstig, langlebig und fast wie Legosteine leicht zu verarbeiten ist. Die Müllsammlerinnen, die für ihre Arbeit heute kaum entschädigt werden, können den Plastikabfall künftig direkt an Conceptos Plásticos verkaufen und erhalten dafür eine angemessene Bezahlung.

Côte d'Ivoire 2018
In nur fünf Tagen ist aus dem neuen Baumaterial ein Schulzimmer errichtet.

© UNICEF/UN0206949/Dejongh

Eine sauberere Umwelt, Unterricht für mehr Kinder in kleineren Klassen und dazu noch eine Einkommensquelle für Frauen – diese einzigartige Kombination hat auch MSC Cruises dazu bewogen, das innovative Programm zu unterstützen. Die Kreuzfahrtgesellschaft setzt sich bereits seit 2009 für UNICEF ein und hat mit der Initiative «Get on Board for Children» unter ihren Gästen bis heute fast 10 Millionen Euro Spendengelder für Kinder in Not gesammelt. Während in den letzten Jahren die Bekämpfung von Mangelernährung in Malawi im Vordergrund stand, richtet MSC den Fokus mit diesem neuen Programm nun auf die Elfenbeinküste.

Côte d'Ivoire 2019
Im März reisten Vertreter von MSC Cruises und von UNICEF Schweiz und Liechtenstein in die Elfenbeinküste, um sich mit eigenen Augen vom erfolgreichen Anlaufen des Programms zu überzeugen.

© UNICEF/UN0288197/Dejongh