Corona-Krise in Indien - Neuste Entwicklungen

News Update #2, 11. Mai, 07:45 Uhr

UNICEF ist sehr besorgt über diesen tödlichen täglichen Anstieg an neuen Fällen. Diese Welle ist fast viermal so gross wie die erste Welle und das Virus breitet sich viel schneller aus. Mit dem Anstieg der Fälle befällt das Virus auch mehr Menschen in allen Altersgruppen, einschliesslich Kindern und Säuglingen. 
 

© UNICEF/UN0430897/Altaf Ahmad

«Kinder sind nicht nur selbst vom Virus bedroht, sondern sie verlieren ebenso ihre Eltern und Bezugspersonen, so dass viele von ihnen mittellos und ohne elterliche Fürsorge sind», sagt die Direktorin von UNICEF Indien, Yasmin Ali Haque. «Dieser Anstieg hat schlimme Folgen für die Kinder, deren Zugang zu den wichtigen Gesundheits-, Sozial-, Schutz- und Bildungsdiensten eingeschränkt wird.» Kinder hätten zudem mit psychischen Problemen zu kämpfen und seien einem grösseren Risiko von Gewalt ausgesetzt, da sie durch die Abriegelungen von ihren lebenswichtigen Unterstützungsnetzwerken abgeschnitten seien. «Und sie verpassen lebensrettende Routineimpfungen oder die Behandlung von Lungenentzündung und anderen Krankheiten», so die UNICEF Chefin von UNICEF Indien.

Die Schulen im ganzen Land bleiben weiterhin geschlossen, und auch der Fernunterricht in mehreren Bundesstaaten ist gestört. Dies reisst 247 Millionen Kinder in der Grund- und Sekundarstufe von diesen sicheren Orten weg, gerade dann, wenn sie sie am meisten brauchen. Darüber hinaus haben viele Kinder keinen Zugang zum digitalen Lernen. Der Lernverlust für Kinder in Indien wird also weitergehen.

«Was in Indien geschieht, sollte bei uns allen die Alarmglocken läuten lassen. Die Pandemie ist noch lange nicht vorbei», sagt Yasmin Ali Haque. «Die Covid-19-Fälle steigen in ganz Südasien mit alarmierender Geschwindigkeit an, vor allem in Nepal, Sri Lanka und auf den Malediven. Ganze Gesundheitssysteme könnten zusammenbrechen, was zu weiteren tragischen Verlusten an Menschenleben führen würde. Die sehr niedrige Durchimpfungsrate in den meisten südasiatischen Ländern verstärkt die Sorge, dass sich das Virus noch weiter ausbreitet.»

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News-Update #1, 4. Mai, 11:25 Uhr

Die zweite Corona-Welle hat Indien weiterhin fest im Griff. Am Wochenende wurde mit mehr als 400 000 Neuinfektionen erneut ein weltweiter Höchstwert registriert. Heute waren es noch 368 147 Neuansteckungen. Um akut benötigte Hilfsgüter wie Sauerstoffanlagen  bereitzustellen, ruft UNICEF weiterhin zu Spenden auf.

© UNICEF/UN0452868/Singh/AFP

«Die Szenen, die wir in Südasien erleben, sind mit nichts zu vergleichen, was unsere Region bisher gesehen hat. Die schwächsten Familien zahlen einen hohen Preis für diese neue tödliche Welle», sagte heute George Laryea-Adjei, UNICEF-Regionaldirektor für Südasien. «Dringendes Handeln und unerschütterliche Führung sind unerlässlich, um die Katastrophe aufzuhalten. Die Regierungen müssen alles in ihrer Macht Stehende tun, um die Verwüstung zu stoppen, und Partner, die in der Lage sind, Hilfe zu schicken, müssen dies sofort tun. Die internationale Gemeinschaft muss ohne Verzögerung eingreifen. Dies ist nicht nur ein moralischer Imperativ. Die tödliche neue Welle in Südasien bedroht uns alle. Er hat das Potenzial, die hart erarbeiteten globalen Erfolge im Kampf gegen die Pandemie zunichte zu machen, wenn er nicht so bald wie möglich gestoppt wird», so George Laryea-Adjei.

UNICEF arbeitet weiterhin mit Partnern zusammen, um:

  • Verbesserung des Zugangs zu lebensrettendem Sauerstoff durch Beschaffung und Installation von Sauerstofferzeugungsanlagen in Krankenhäusern zur Behandlung schwerer und kritischer Covid-19-Fälle;
  • Bereitstellung von schnellen, genauen Testgeräten in einigen der am stärksten betroffenen Distrikte;
  • Unterstützung von Gemeinden und wichtigen Helfern, um diese zweite Welle zu überstehen und weitere Unterbrechungen von Hilfsprogrammen und Dienstleistungen für Kinder zu verhindern.

Download für die Berichterstattung

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News-Update, 29. April, 15:45 Uhr

UNICEF hat lebenswichtige Hilfsgüter nach Indien geschickt, darunter 3 000 Sauerstoffgenerator, diagnostische Tests, medizinische Kits und andere Geräte, um Indien im Kampf gegen die tödliche Covid-19-Welle zu unterstützen.

© UNICEF/UNI347237/Singh

«Covid-19 überfordert das Gesundheitssystem in Indien schwer», sagt Dr. Yasmin Haque, UNICEF-Repräsentantin in Indien. «Es besteht dringender Handlungsbedarf, um weitere tragische Todesfälle abzuwenden. UNICEF hat Sauerstoff und andere dringend benötigte Notfallausrüstungen bereitgestellt. In der Tat wird noch viel mehr benötigt, da sich der Ausbruch weiterhin schnell ausbreitet.»

Neben den Sauerstoffgeneratoren hat UNICEF über 500 High-Flow-Nasenkanülen und 85 RT-PCR-Geräte (Covid-Tests) bereitgestellt. Zusätzlich unterstützt UNICEF die Beschaffung und Installation von 25 Sauerstoffanlagen für Krankenhäuser im Nordosten und in Maharashtra sowie die Installation von mehr als 70 Thermoscannern an verschiedenen Einreisehäfen im ganzen Land.

Neben der dringenden Unterstützung des Gesundheitssystems hat UNICEF die indische Regierung dabei unterstützt, den Fortbestand wichtiger Dienste für Kinder sicherzustellen. So stellte UNICEF über 11 000 persönliche Schutzausrüstungen für Mitarbeitende in der Kinderbetreuung zur Verfügung. 

UNICEF bietet der Regierung und Partnern auch technische Unterstützung, damit 12,3 Millionen Kinder in 17 Bundesstaaten weiterhin von zu Hause aus lernen können. Zum Beispiel helfen «Mobile Lernzentren» in Bihar 28 000 Kindern, die bisher keinen Zugang zu digitalen Geräten hatten, weiter zu lernen.

UNICEF benötigt 21 Millionen US-Dollar für die dringende Lieferung von zusätzlichen Testgeräten, Verbrauchsmaterialien und Sauerstoffprodukten in Indien und mehr als 50 Millionen US-Dollar für lebensrettende Covid-19-Massnahmen in allen Sektoren.

Helfen Sie mit Ihrer Spende den Familien in Indien!