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Die Situation
Seit vier Jahren dauert der bewaffnete Konflikt in der Ukraine an. Täglich fordert er mehr Menschenleben, auch das von unbeteiligten Zivilisten und zahlreichen Kindern. Fast 13 Millionen Menschen sind inzwischen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Millionen von Menschen haben ihre Lebensgrundlage verloren. Der Zugang zu lebenswichtigen Dienstleistungen wie Wasser, Heizung und Gesundheitsversorgung ist stark eingeschränkt. In vielen Gebieten dauert der Beschuss weiter an und beschädigt unzählige Wohnhäuser und wichtige Einrichtungen. Die Folgen für die Bevölkerung sind verheerend.
Ich kann mir keine Zukunft vorstellen. Ich weiss nicht einmal, ob ich morgen wieder aufwachen werde. Ich hoffe, dass der Krieg aufhört und mein Vater nach Hause zurückkehrt.
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Der Kriegsausbruch im Februar 2022 löste die grösste Flüchtlingskrise in unseren Breitengraden seit dem Zweiten Weltkrieg aus. Vor allem im ersten Jahr des Krieges mussten Millionen von Menschen aus ihrem Zuhause flüchten und suchten innerhalb der Ukraine oder in Nachbarländern Schutz. Auch heute noch sind rund sechs Millionen Flüchtlinge aus der Ukraine in Europa registriert. Die meisten von ihnen sind Frauen und Kinder. Besonders für Kinder können die Erlebnisse im Krieg und die Entwurzelung schwer traumatisierend sein.
In der Stadt Piwdenne in der Region Odesa gibt es nur ein einziges Heizkraftwerk. Es versorgt fünf Kindergärten, vier Schulen, eine ambulante Klinik sowie rund 32 000 Einwohnerinnen und Einwohner mit Wärme. Nach einem Drohnenangriff wurde das Heizkraftwerk schwer beschädigt: Fenster wurden zerstört, Regen und Feuchtigkeit drangen ein, und der Betrieb musste eingestellt werden.
Auch dieser Kindergarten war betroffen. Drei Tage lang gab es keinen Strom und schon gar keine funktionierende Heizung. Ohne Wärme kühlen die Räume rasch ab und werden feucht. Gerade für junge Kinder ist ein warmer, sicherer Ort im Winter lebenswichtig. Kälte und Nässe führt bei ihnen besonders schnell zu Krankheiten.
Mit Unterstützung der Europäischen Union half UNICEF, das Heizkraftwerk nach dem Angriff wieder instand zu setzen. Dank dieser Hilfe konnte die Wärmeversorgung wiederhergestellt werden. Der Kindergarten ist heute erneut ein warmer, sicherer und kinderfreundlicher Ort.
Die vierjährige Alika lebt in der Region Kiew in der Ukraine. Um den kalten Winter zu überstehen, ist sie derzeit mit ihrer Familie in einem Haus auf dem Land. Dort sitzt sie bei einem Holzofen, der einzigen Wärmequelle. Strom und Zentralheizung sind nicht verfügbar.
Ende 2025 war Alika mehrfach schwer krank. Sie litt an akuten viralen Atemwegsinfektionen, wegen der sie sogar ins Spital musste. Nach einem weiteren massiven Raketenangriff auf Kiew, der erneut Strom-, Wasser- und Heizungsversorgung lahmlegte, sahen sich Alikas Eltern gezwungen, die Stadt zu verlassen. Sie brachten ihre Tochter zu Freunden aufs Land, wo zumindest ein Holzofen ein Minimum an Wärme ermöglicht. Für Kinder wie Alika stellt der eisige Winter eine ernsthafte Gefahr für ihre Gesundheit dar.
UNICEF unterstützt Familien in der Ukraine während der Wintermonate mit gezielten Nothilfemassnahmen. Dazu gehört der Zugang zu Wärme, medizinische Versorgung und anderen lebenswichtigen Dienstleistungen, um Kinder vor den verheerenden Folgen des Winters und des anhaltenden Krieges zu schützen.
So helfen Sie mit Ihrer Spende
UNICEF ist einerseits in der Ukraine im Einsatz, als auch entlang der Fluchtrouten in den Nachbarländern.
Zusammen mit Partnern im Land…
- stellen wir dringend benötigte Hilfsgüter bereit;
- unterstützen wir Haushalte mit Bargeldhilfen;
- ermöglichen wir Kindern und Familien Zugang zu sauberem Wasser, Hygieneartikeln und Sanitärversorgung;
- erreichen wir dank mobilen Gesundheitsteams Millionen von Menschen im Land und können ihnen Zugang zu medizinischen Dienstleistungen gewähren;
- kümmern wir uns mit psychosozialen Betreuungsteams um Mädchen und Buben, die vom Krieg traumatisiert sind;
- und stellen wir sicher, dass Kinder Zugang zu Bildung erhalten.
In den kalten Wintermonaten unterstützt UNICEF die Bevölkerung zusätzlich mit Bargeldhilfen und Winterpaketen mit warmer Kleidung und Decken. In der Wintersaison 2024/25 haben wir Reparatur- und Wartungsarbeiten an Heizsystemen in 19 Gemeinden durchgeführt, wovon 1,5 Millionen Menschen in der Ukraine profitierten. Darüber hinaus stellten wir sicher, dass die Wasser- und Sanitäranlagen sowie und Gesundheitseinrichtungen trotz Stromausfällen funktionsfähig blieben.
Erfahren Sie mehr über unseren Einsatz in der Ukraine in unserem Podcast mit Vera Schroepel, Child Protection Specialist bei UNICEF Ukraine.
Ich habe viele Freunde verloren und das belastet mich sehr. Meine verbliebenen Freunde mussten schnell erwachsen werden. Jede und jeder, mit dem oder der ich spreche, nimmt das Leben nun ernster.
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UNICEF ist seit Ausbruch des Krieges in der Ukraine und den Nachbarländern im Einsatz, um geflüchtete Familien mit dem Nötigsten zu versorgen. Entlang der Fluchtrouten haben wir in den Grenzgebieten mehrerer Länder, etwa in der Republik Moldau und Rumänien, Anlaufstellen für geflüchtete Kinder und ihre Familien eingerichtet.
In den Anlaufstellen, sogenannten Blue Dots, schafft UNICEF kindgerechte Orte, an denen sich Mädchen und Buben erholen und spielen können. Geschulte Mitarbeitende helfen den Kindern, die Erlebnisse zu verarbeiten, und kümmern sich auch um unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Mütter von Kleinkindern können sich in geschützte Räume zurückziehen, etwa zum Stillen und Wickeln der Kinder. Eltern können sich in den Blue Dots über weitere Hilfsangebote informieren. Ausserdem erhalten Familien dort Hilfsgüter wie Hygieneartikel und Decken.