South Sudan 2017

Hungerkrise im Südsudan

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Hungerkrise im Südsudan

Jede zweite Familie im Südsudan weiss nicht, woher sie ihre nächste Mahlzeit nehmen soll. Gewalt, Vertreibungen und Dürren haben die Produktion von Nahrungsmitteln vielerorts zum Erliegen gebracht.


Millionen

6,35
Menschen leiden unter Nahrungsmittelunsicherheit

Kinder

19 000
sind für bewaffnete Gruppierungen im Einsatz

Mitarbeiter

> 100
von Hilfsorganisationen wurden seit 2013 getötet

Die Situation

Die Hoffnungen waren gross, als der Südsudan 2011 die Unabhängigkeit erreichte. Doch nur gut zwei Jahre später brach ein Bürgerkrieg aus, der bis heute Zehntausende Menschen das Leben kostete und über 4 Millionen in die Flucht trieb.

Henrietta Fore, UNICEF Executive Director

«Nur ein Ende der Gewalt kann den Kindern im Südsudan Hoffnung und Sicherheit bringen. Bis dahin brauchen wir mehr Ressourcen und einen bedingungslosen und dauerhaften Zugang zur notleidenden Bevölkerung.»

Henrietta Fore, UNICEF Exekutivdirektorin

Die meisten Menschen im Südsudan leben von der Landwirtschaft. Gewalt und Vertreibungen haben jedoch dazu geführt, dass vielerorts kaum noch Nahrungsmittel angebaut oder Nutztiere gehalten werden können. Dürren, Überschwemmungen und Pflanzenschädlinge haben die Ernten weiter beeinträchtigt. Mittlerweile sind die Preise für Lebensmittel so hoch, dass sie für grosse Teile der Bevölkerung schlicht unerschwinglich sind. Mehr als 6 Millionen Menschen und damit über die Hälfte der Bevölkerung leiden unter akuter Nahrungsmittelunsicherheit.

Dabei ist der Hunger nicht die einzige Folge des Konflikts. Gerade in den Flüchtlingslagern sind Infektionskrankheiten wie Cholera eine ständige Bedrohung, weil es an sauberem Trinkwasser fehlt. 2,2 Millionen südsudanesische Kinder gehen nicht zur Schule. Und obschon allein im Jahr 2018 über 900 Kinder aus den Händen von bewaffneten Gruppierungen befreit werden konnten, sind dort weiterhin schätzungsweise 19 000 Kinder als Soldaten, Köche, Träger und Boten im Einsatz.

So hilft UNICEF

Der Südsudan ist eines der gefährlichsten Länder für humanitäre Einsätze: Seit 2013 wurden über 100 Mitarbeitende von Hilfsorganisationen getötet. Trotz dieser Gefahr ist UNICEF weiterhin vor Ort und will im Jahr 2020 unter anderem

  • über 268 000 schwer akut mangelernährte Kinder behandeln;
  • fast 1,1 Millionen Mütter und andere Bezugspersonen in Fragen der Ernährung beraten;
  • für 817 000 Menschen sauberes Wasser bereitstellen;
  • 518 000 Kinder gegen Masern impfen;
  • über 700 000 Kindern einen formellen oder informellen Schulunterricht ermöglichen.